In  Heft5/2006 der Zeitschrift 'Flug- und Modelltechnik'  wurde erstmals der Aufbau einer DEPRON-Rakete beschrieben und vom Autor anlaesslich der Sinsheimer Modellbaumesse in der Halle geflogen. Dies war Anlass genug, ebenfalls ein Raketenprojekt zu starten. 
Gebaut wurden 2 Modelle: Zuest die schwerere, rote,  mit 270g Startgewicht, päter folgend die kleinere, blaue, mit nur 147g Startgewicht.
Die kleinere, blau-weiße Rakete hat insgesamt 15 Fluege absolviert. Sie ist aus 3mm SELITRON und SELITAC gebaut (Polystyrolschaumplatten fuer Trittschall- und Wärmedaemmzwecke). Die Rumpfkonstruktion ist ein SELITRON - 3mm - Rohr, welches trickreich ueber einem 5cm-Alurohr mit Heißluftunterstuetzung aus einer rechteckigen SELITRON-Platte gebogen und mit UHU-POR verklebt wurde. Im Rohbau (eingefaerbt) wiegt die Rakete nur 42g, flugfertig 147 g. 
Angetrieben wird sie mit einem modifizierten, nur 16,6 g schweren CD-ROM Motor mit 13 Wicklungen aus 0,425mm starkem, mit Polyurethanlack beschichteten Kupferdraht und ca. 350g Standschub. In die durch  Lueftungs- und Leichterungsbohrungen optimierte Glocke wurden 12  5x5x1mm Neodym-Bor-Samarium Magnete mit LOCTITE 648 eingeklebt. Die 3mm starke, nur 1,1g schwere Titan-Achse laeft in 2 Kugellagern, die in ein 7mm Aluroehrchen eingeklebt wurden. Mit Hilfe passende Alu-Distanzhuelsen wurde das Wellenlagerroehrchen in den CD-Rom-Stator eingeklebt. 
Die Antriebswelle laeuft mit einem kleinen Alu-Propsaver und einer  GWS 8x6er Luftschraube. Die Drehzahlsteuerung erfolgt durch einen FLYWARE 10A - Drehzahlregler, 
als weitere Fernsteuerkomponenten kommen 3 HYPE IQ-60 Servos zu je 3,6g an einem erleichterten, nur  3,5 g schweren BLUE ARROW Empfänger zum Einsatz.
Geflogen wird mit 2 KOKAM - 7,4V / 350mA Zellen, womit sich die Rakete ca. 5 Min. in der Luft haelt.  Querruder und Hoehenruder wurden gemischt, außerdem kann mit Seitenruder 
gesteuert werden.

Das Flugverhalten darf als spektakulaer bezeichnet werden: Bei einem Standschub von ca. 300g hat der modifizierte CDR-Brushlessmotor keine Muehe, das unter 150g leichte Fluggeraet schnell auf jede beliebige Hoehe im Sichtbereich zu bringen. Im senkrechten Steigflug bei vollem Schub dreht sich die Rakete leicht um die Laengsachse, Steuerkorrekturen sind nicht erforderlich. Nach Erreichen der erwuenschten Hoehe und starker Reduzierung der Motordrehzahl nimmt die Rakete die Nase nach unten und Fahrt auf. Bei ausegwogen gewaehlter Motorleistung (ca. 30%) sind Flugmanoever mit engen Radien moeglich. Da das Fluggeraet sehr empfindlich auf alle Ruderausschlaege reagiert, ist ein sorgfaeltiges Eintrimmen unerlaesslich. Danach sind senkrechte Landemanoever  moeglich. Auf jeden Fall sollte hierfuer noch eine ausreichende Akkureserve gegeben sein, da das Geraet sonst mit der Nase nach unten der Erde entgegen trudelt...

..3 - 2 - 1 - Start, und ab geht die Post, spektakulaer schnell und senkrecht in die Hoehe.

Waagerechter Ueberflug in ca. 30m Hoehe     ... und nochmal steigen...

.. und landen, wo das Gras waechst. Boeiger Wind treibt die leichte Rakete schnell ab,
so dass eine Außenlandung im weichen Gruen am sichersten erscheint.

 

Hartes Rapsgewaechs hat der Rakete einen Vorfluegel verbogen, Schnellreparatur 
war in 1 Minute mit UHU-POR erledigt.

Die Labilitaet der Raketenspitze mit durchgebrochenen Vorfluegeln ist bemerkenswert: Nach fast jeder Landung, die nicht senkrecht und rueckwaerts in Torque-Position erfolgte, war eine Reparatur erforderlich....
Tipps für den Nachbau:

Ein Roehrenrumpf  aus 3mm Selitron ist leichter zu bauen als aus 5mm, ausserdem ist er nur ca. halb so schwer.

-Eine Raketenhöhe ca. 85cm ist empfehlenswert, um ein Fluggewicht von unter 150g zu erreichen.

Statt einer Spruehlackierung (ca. 10g Mehrgewicht!),
empfiehlt sich die Dekoration mit  EDDING - Stiften ( nur + 0,3g!).

Eine eindeutige, auf Entfernung sicher identifizierbare Farbgebung erleichert die  Einschaetzung der Fluglage von symmetrischen Flugzellen enorm...

 

Ausserdem waere es reizvoll, auch einmal mit einer Rakete in einer kleineren Halle fliegen zu koennen...

Ein weiteres Raketenprojekt wird deshalb aehnlich aufgebaut sein, jedoch mit einem Mantelstromantrieb und einigen optischen/aerodynamischen Aenderungen:

Der Stroemungsmantel verspricht theoretisch eine Steigerung des Schubs um ca. 10-15% (... schaun mer mal...). Ausserdem  wird durch den runden und im Vergleich zu 4 Einzelfluegeln stabileren Stroemungsmantel eine hoehere Stabilitaet bei Landungen bewirken. (Um die Stabilitaet weiter zu erhoehen, wird der Stroemungsmantel an der Unterseite nach hinten zum Gleitsporn hin durch einen 2mm Carbonstab abgestrebt.

Letztendlich bring der Verzicht auf eine vierte Fluegelflosse (aus dieser Sicht: an der Rumpfunterseite) eine wesentlich verbesserte Fluglagenerkennung, insbesondere bei Entfernungen über 50m.

Nicht zuletzt durch seinen Stroemungsmantel und die kontrastreiche Edding-'Dekoration' sieht der Flieger spektakulaer und spacig aus ...