Die Miniaturisierung hat im Drachenbereich laengst stattgefunden
, Tetraeder-Drachen mit einer Spannweite von 3,5cm stellen hier als kleinste flugfaehige Einleiner das machbare Minimum dar. 

Warum also nicht auch  vektorgesteuerte RC-Drachen im Miniformat bauen? Hierbei war gedacht an kleine und leichte Drachen, die mit ihrem Abfluggewicht unter 200g liegen sollten, ausgestattet mit einer 2D - oder 3D- Zugvektorsteuerung. 

Die Komponenten waren aus anderen Minifliegerprojekten (Mini-Nurfluegel-Depronschalen) verfuegbar: So z. B. 1 WES-3,3g- BL-Motor mit 3020er Prop (ca. 60g Schub), YGE-4 Drehzahlsteller (3g mit Kabeln und Steckverbindungen), GWS-4 Empfänger (4,5g) und 3S-125mA-KOKAM-Lipo (15g) sowie eine HYPE IQ-60 Rudermaschine mit 3,5g Gewicht.
 
In Anlehnung an die mit einfacher 2D-Vektorsteuerung bereits bewaehrten Deltaboxen (ALDI-Deltabox, PREMIER-Deltabox 55) wurden Pappschablonen fuer eine 70cm Spannweite messende Deltabox mit 40cm Laenge gezeichnet, und mit einer  'Nahtzugabe' von 10mm auf ICAREX-Ripstopnylon-Drachentuch (ca. 30g/qm) uebertragen. Sodann wurden aus 2mm CFK-Rohr 2 Nasenrohre zu 50cm und 2 Laengsrohre zu 40cm sowie 1 Kielrohr zu 40cm abgelaengt. 
Die 'Nasenleisten'-Rohre wurden in die 'Nahtzugabe' der Delta-Vorderkanten eingeschlagen und die Tuchstreifen-Ueberstaende mit 4mm doppelseitigem, durchsichtigem Montageklebeband, wie es im Drachen- und Modellsegelbau verwendet wird, verklebt. 
Die Klebestellen werden mehrfach mit einem Scherenauge unter Druck abgerieben, so dass eine besonders stabile Klebeverbindung entsteht, die nicht - wie bei groesseren Drachen sonst notwendig - zuwaetzlich vernaeht werden muss.

Auf die gleiche Art wurden die beiden Laengsrohre sowie das Kielrohr eingebaut. Sodann wurden aus weissem 3mm Polyamid-Rohr 4 Stueck 2cm lange kleine Steckmuffen geschnitten, im Winkel von ca. 30 Grad angeschraegt und angeraut. 
Zwei dieser Steckmuffen wurden in der Mitte der (vorher mit kleinen Ausschnitten im Drachentuch versehenen) Nasenrohre mit zaehfluessigem Sekundenkleber angeklebt, die beiden anderen Muffen als Aufnahme fuer den Dreiecks-Motorstaender am Kiel befestigt. Alle Klebestellen wurden mit duennen ca. 12cm langen CFK-Rowings kreuzbandagiert, die Bandagen werden danach  mit duennfluessigem Sekundenkleber durchtraenkt und mit Aktivator stabilisiert.

Die Motorhalterung wurde fuer den Spannbuegel und den 3,3g WES-Technik-BL-Motor so bemessen, dass die Winkelmasse einerseits eine faltenfreie Aufspannung des Dreieckstuches ermoeglichen und der Propellerkreis erst ca. 2cm oberhalb des Drachentuches beginnt. Der Schwerpunkt des flugfertig montierten MICRO-KITES sollte hierbei -entsprechend den bisherigen Erfahrungen- ca. 40% (ca. 16cm) von der Vorderkante entfernt sein und dort liegen, wo der LiPo-Akku festgeklettet werden kann. 
Eine ca. 10cm lange Klettfilzleiste ermoeglicht hierbei die Variation des Schwerpunktes, je nach Flugverhaeltnissen (Wind - Windstille).

Nach Fertigstellung zeigte sich mit einem 3S-Akku ein Abfluggewicht von 68g. Der (kurze) Erstflug fand am 30.4.2008 bei sehr windigem Wetter (3-4bft.) im Windschatten hoher Baeume statt. Hierbei zeigte sich, das der kleine Drache nur fuer Windstille bzw. max. 2 bft. geeignet ist, da seine Vortriebsgeschwindigkeit sonst von der Windgeschwindigkeit uebertroffen wird - und der Drache recht zuegig rueckwaerts fliegt...

Nach erfolgreichem Erstflug waren keine weiteren Veraenderungen erforderlich. Mit Hilfe von wasserfesten EDDING-Stiften erhielt der MICRO-KITE eine bunte Farbdekoration, wie es sich fuer einen richtigen Drachen gehoert.

Bei den Folgefluegen in windstiller Umgebung zeigte die kleine Deltabox, was in ihr steckte: Hoechst wendig fliegt sie ganz langsam, oder bei Bedarf auch etwas schneller. Aus Gewichtsgruenden wurde bei dieser kleinen Micro-Deltabox auf eine zweite Rudermaschine  und alles verzichtet, was irgendwie entbehrlich schien, selbst Naehgarn wurde nicht verwendet.

 

 

Der Groessenvergleich zwischen der 150cm grossen >PREMIER-Deltabox 55 und der MICRO-DELTABOX zeigt, wie winzig der kleine Drache ist.
Seine Flaechenbelastung von nur 4,8g/qdm  liegt im unteren Bereich der Flaechenbelastungen, die fuer die vektorgesteuerten Deltaboxen anliegen.



Video vom Erstflug der MICRO-KITE-Deltabox
am 29.4.2008




Versuche mit einer kleinen und besonders leichten 3D-Micro-Zugvektorsteuerung
sollten alsbald die Grundlage fuer weitere Micro-Kites darstellen - sobald geeignete Microservos mit Metallgetriebe gefunden waren, die den Kreisel- und Hebelkraeften dauerhaft wiederstehen können.

Nach langer Suche und einigen Tests stellten sich die Microservos von MODELCRAFT mit ca. 5g Gewicht und Teil-Metallgetriebe als brauchbar fuer den anvisierten Zweck heraus. ROBBE bot mit dem kleinen 12g leichten ROXXY einen vergleichsweise zugstarken Motor, der mit einem kleinen 3S-LiPo betrieben werden konnte. Als Drehzahlsteller sollte ein  YGE-4 mit nur 1,5g Gewicht zur Anwendung kommen.
Die aus diesen Komponenten entstandene 3D-Zugvektorsteuerung nimmt sich im Vergleich zu den bisher entstandenen Steuerungen wahrlich winzig aus:

 


Die Suche nach geeigneten 'Vektorisierungsobjekten' im Kleindrachenbereich stellte sich nicht so ergiebig dar wie im Bereich der 'Normaldrachen', da die handelsueblichen Kleindrachen mit GFK-Stabverstaerkung  meist als kindgerechte Motivdrachen mit Eddy- oder Deltastruktur angeboten werden

Und doch es gibt einige Hersteller, die kleine Drachen mit ungewoehnlicher Formgebung auf den Markt gebracht haben:

So z. B. 'The BOX' von ELLIOTT, ein kleiner Kastendrachen, dessen Drachentuch im Original aus 12 verspannten Dreieckselementen besteht:


Im vorderen Kastenbereich (Sitz der Vektorsteuerung) wurden 8 schwarze Dreckssegmente entfernt, um der an- und abstroemenden Luftsaeule des BL-Motors genuegend Freiraum zu verschaffen. 
Fruehere Tests mit anderen Kastendrachenkonstruktionen hatten gezeigt, dass die Vektorsteuerung nur dann zu den beabsichtigten Richtungsaenderungen imstande ist, wenn die abstroemende Luftsaeule nicht behindert wird.

Die kleine Micro-Box erwies sich bei ihren ersten Fluegen als absolut handzahm und gutmuetig: Wie 'an der Leine gezogen' zog sie ihre Bahnen. Mit ihrem unvergleichlich spacigen Flugbild konnte sie Pilot und Zuschauer vom ersten Moment an begeistern. 
Sie fliegt relativ langsam, ist praezise kontrollierbar und kommt mit wenig Flugraum aus - ein echter 'Gartenflieger'!

 

Video vom 'THE BOX' - Erstflug
am 10. Oktober 2008


Ein besonders huebscher Vertreter der kleinen Box-Kites ist die MISSION-CROSS-BOX
von ' gofly a kite '. 
Wie fast alle Kleindrachen ist sie aus Kostengruenden serienmaessig mit GFK-Verbindungsstaeben und -Rohren verspannt. Bei einem Durchmesser von 4mm kommt alleine dadurch schon einiges an Gewicht zusammen, was sich durch Austausch gegen 3mm CFK-Röhrchen erheblich reduzieren laesst. 
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die flugfertige CROSS-BOX mit Vektoreinheit und kleinem 200mA 3S-AHA-LiPo wiegt sogar noch weniger als der originalverpackte Einleiner mit über 170g Abfluggewicht.

Die CROSS-BOX zeigte beim Erstflug Flugeigenschaften, die mit denen der großen GRADIENT-BOX von PREMIER durchaus vergleichbar sind. Sie macht nur alles noch viel langsamer und ist auf noch kleinerem Raum fliegbar. Hierbei kann sie akustisch kaum wahrgenommen werden - so leise fliegt sie.

Video vom Erstflug der 
'MISSION-CROSS-BOX' 
am 18. Oktober 2008


Die Form- und Farbenvielfalt handelsueblicher Ein- und Zweileiner-Drachen
ueberrascht immer wieder auf's Neue. Denn auch in diesem Produktbereich finden sich namhafte Designer, die sich durch kuenstlerisches Design von ungewoehnlichen Drachen einen Namen gemacht haben.

So auch Robert Brasington mit dem von ihm gestalteteten
PHOENIX-TAIL von NEW TECH KITES. Aufwendige, farb-  und formschoene Stoffapplizierungen machen diesen Einleiner zu einem unverwechselbaren Designerstueck. Aufgrund der verwendeten 4 und 5mm CFK-Tragrohre wiegt der PHOENIX nur ca. 100g, bei einer Spannweite von 1,50m und einer Laenge von 1,30m.
Die halbeliptische Form der  Originalverspannung wurde durch Umgestaltung der Steckungsrohraufnahmen geaendert:

Die vorderen  und hinteren Stoffflaechen lassen sich mit Hilfe modifizierter EXEL-Steckverbindungen auf dem Kielrohr gerade in V-form verspannen.
Auf das vordere Kielrohr wurden 2 Gummi-Steckverbinder aufgezogen, so dass eine (auswechselbare) 3D-Zugvektorsteuerung mit den bereits bei THE BOX beschriebenen Mikrokomponenten Verwendung findet. 
Flugfertig (mit 200mA 3S-AHA-Lipo) wiegt der modifizierte PHOENIX ca. 185g.



Seine Verwindungsstabilitaet erhaelt der PHOENIX durch eine Dreiecks-Abspannung mit duenner, geflochtener Drachenschnur von der Spitze des Steuerungstraegers zu den Flaechenenden hin. Allerdings: wie so manch anderer Designerdrache (Dongdail, CODY) fliegt der Phoenix im Vergleich zum Einleiner-Original als Vektordrache rueckwaerts, aehnlich wie ein CANARD,  mit den kleinen Fluegeln voraus...


Die Flugeigenschaften des PHOENIX TAIL mit 3D-Zugvektorsteuerung sind unspektakulaer und gutmuetig.
Keine Aerobatics - einfach nur ruhig und sehr leise dahingleiten....
Das wunderschoene Flugbild, die aesthetisch geschwungene Form und der Farbkontrast zum blauen Himmel zeigen in beeindruckender Art und Weise, wie anmutig ein Microkite sein kann.

Video vom Erstflug des 
'PHOENIX-TAIL' 
am 4. November 2008


'WINGED BOXES' sind im Drachenhandel 
von verschiedenen Herstellern erhaeltlich, so z. B. die 'PILOT BOX' von COLOURS IN MOTION oder die F-BOX von INVEVTO-HQ. Hierbei stellt die  F-BOX von HQ mit nur  100 cm Spannweite bei einer Hoehe von 85cm eine in der Groesse passende Ergaenzung zu den anderen Microkites dar. Als Einleiner-Drachen ist sie werksseitig mit 4mm GFK-Staeben (Kreuzstreben) und -Rohren (Laengsverbinder) ausgestattet. Fuer die Verwendung als Microkite, ebenfalls ausgelegt fuer die kleine 3D-Zugvektorsteuerung, bedarf sie einiger Modifikationen, um mit einem Fluggewicht von unter 200g in die Luft zu gehen.

In der Rubrik 'SPECIALS' wurde die kleine F-BOX wurde aus der Verpackung genommen, 2 Gummisteckverbinder auf das untere 4mm Kielrohr geschoben, die auswechselbare 3D-Zugvektorsteuerung eingesteckt und mit einem O-Ring am oberen Laengsrohr befestigt - fertig. Allerdings: Mit einem Abfluggewicht von 320g flog die kleine F-BOX am 30.6.2008 auf Anhieb,  Antrieb und Steuerung waren in den meisten Fluglagen nicht erkennbar, was dem Original-Flugbild dieses kleinen Einleiners schon recht nahe kam - nur eben ohne Leine.

Um sich als MICROKITE zu bewaehren, wurden 2 F-BOXEN angeschafft und zerlegt. Alle Steben und Rohre wurden durch 3mm CFK-Rohr, die 'schweren' 3mm Gummisteckverbinder durch sehr leichte ersetzt. Ausserdem wurden die Spannschnuere entfernt, wodurch insgesamt eine Gewichtsersparnis von 70g erzielt werden konnte. 

Um das bei Landungen am staerksten beanspruchte untere Verbindungsrohr zu stabilisieren, wurden ca. 20cm sehr elastischer 2mm GFK-Stab in das 3mm CFK-Rohr eingeklebt. Die neuen Aufnahmen fuer die beiden Stabilisierungskreuze wurden in die Mitte der Stoffkaesten versetzt, auf das dritte, mittlere Spannkreuz wurde verzichtet. Stattdessen wurde ein Spannbogen aus 3mm CFK-Rohr in V-Form als Flaechenspanner eingezogen, wodurch aus der F-BOX eine V-BOX werden konnte. Ausserdem wurden aus optischen Gruenden die beiden blauen Drachenstoffkaesten miteinander kombiniert, die uebriggebliebenen 2 roten Drachenstoffkaesten lassen sich fuer eine weitere V-BOX verwenden. 
Wie bereits bei der 'MISSION-BOX' und bei  'THE BOX' betrug das Startgewicht der 'V-BOX' mit 190g in etwa soviel wie das des Original-Einleiners - inclusive auswechselbarer 3D-Zugvektor-Steuerungseinheit (dieselbe, die bereits in der MISSION-CROSSBOX Verwendung gefunden hat). 

'Originale' F-Box mit 'grosser' 3D-Zugvektorsteuerung

V-BOX als modifizierte 'F-BOX' mit Micro-3D-Zugvektorsteuerung

 

 

Beim Erstflug im Vorgarten erfuellte die V-BOX alle Erwartungen: Sie ist langsam und trotzdem aeusserst wendig zu fliegen- der ideale Vorgartenflieger :-)) 
Mit einem doppelten AHA-200mA-Lipopack (durch V-Kabel miteinander verbunden) laesst sie sich sogar bei Windstaerken von 2 bft. kontrolliert fliegen, wobei das minutenlange 'auf-der-Stelle-stehen' in 2m Hoehe ein wenig an 'echtes' Drachenfliegen erinnert - nur eben ohne Leine, und in Bodennaehe.

Video vom Erstflug der 
'V-BOX' 
am 9. November 2008
 

Walter H. von den Duesseldorfer Drachenfreunden liess die Idee von der im Vorgarten fliegenden, vektorgesteuerten V-Box keine Ruhe: Innerhalb weniger Tage baute er eine V-Box mit 1m Hoehe und einer Spannweite von ca. 120cm.
 Das sehenswerte Ergebnis seiner Arbeit wog nur 145g und sollte mit der auswechselbaren 3D-Zugvektorsteuerung, mit der bereits die kleinen Microkite-Boxen (V-Box, Crossbox)  in der Luft bewegt wurden, ihren Erstflug absolvieren.

Der Umbau der Steuerung von meiner (etwas kleineren) V-Box auf die V-Box von Walter war innerhalb von weniger als einer Minute erledigt. 
Also dann: Wohnzimmertuere auf - und Erstflug im Vorgarten. Auf Anhieb flog seine Box absolut ausgewogen und bedurfte keinerlei Korrekturen. 
Kompliment, Walter! Das wird bestimmt nicht der letzte Vektor-Kite sein, den wir zusammen in die Luft bringen :-)



Was tun, wenn das Wetter draussen nass, kalt und windig ist
und keine Gelegenheit zum Fliegen besteht?
  Schon seit laengerer Zeit reizte der Gedanke, mit einem 1,50m - Flieger bei schlechtem Wetter in die Autogarage zu gehen und dort -in einem Flugraum von ca. 5 x 4 x 1,50m - einige Runden zu drehen..

Ein hierfuer passenden Flieger musste sehr langsam und trotzdem wendig sein, um auf engstem Raum sicher und kontrolliert fliegen zu koennen. Da der Weg zum Club-Fluggelaende immer mit einer 15-minuetigen Anfahrt verbunden ist, koennte es nicht schaden, wenn das Fluggeraet auch vorgartentauglich waere.

Was lag also naeher, eine Pfeilente 'zu verkleinern' und als MICRO-KITE-CANARD zu realisieren? Als Gewichtsvorgabe waren ca. 150g angedacht, die Spannweite und Laenge sollten bei ca. 150cm  liegen. 
Ausserdem sollte die Vektorsteuerung des PHOENIX TAIL, die als auswechselbare Steuerung ausgelegt ist, auch im MICRO CANARD eingesetzt werden. 
Mit Blick auf die 'dunkle Jahreszeit' wurde die Moeglichkeit in Betracht gezogen, den MICRO CANARD fuer Nachtfluege mit einer sehr leichten LED-Lichterkette zu bestuecken, die das Drachentuch in der Dunkelheit zum Leuchten bringen sollte.
Um alle diese Vorgaben erfuellen zu koennen, wurde fuer die Tragflaechen erstmals superleichtes, durchsichtiges  MYLAR (qm-Gewicht: 22g) verwendet, eine reissfeste, hauchduenne 2-Schicht-Folie, bei der zwischen den Folienschichten duennes Glasfasergewebe laminiert wurde. 
Der besondere Reiz dieses Werkstoffes besteht darin, das - nach ausgiebiger Flugerprobung und Modellverbesserung - die CANARD-Flaechen mit einer mehrfarbigen Micro-LED-Beleuchtung versehen werden sollen, wobei die MYLAR-Flaechen wegen der  Lichtleitfaehigkeit des Werkstoffes
flaechendeckend leuchten sollen. 

Die durchsichtigen MYLAR-Elemente des MICRO-CANARD Prototyps bestehen ausschließlich aus geklebten, nicht verneaehten, Segmenten, die - wie bei allen Canard-Drachen ueblich - auf das CFK-Rohrtragwerk aufgesteckt und ueber Dreiecksverspannungen mit duenner Aramid-Spannschnur  stabilisiert werden:

 


Mit einem Abfluggewicht von ca. 145g, einer Spannweite von 150cm und einer Laenge von ebenfalls 150cm  erfuellt der Prototyp alle geplanten Vorgaben. Er ist damit einer der leichtesten und zugleich groessten Micro-Vector-Kites. Wobei die transparente MYLAR-Bespannung  ganz eigenstaendige Anmutungen vermittelt - wie 'hingehaucht' sieht der Flieger aus. 

Sein Flugverhalten in der Garage kann als spektakulaer bezeichnet werden: Wie seine grossen Brueder laesst er sich auf der Stelle drehen und auf engstem Raum fliegen. Hier der Test auf Garagentauglichkeit:


Natuerlich ist eine mit Auto und Kisten vollgestopfte Garage nicht der optimale Ort fuer den Jungfernflug eines MICRO-CANARD.
Aber was will man machen, wenn es draussen stuermt und regnet und ausserdem noch dunkel ist ... :-))

Am naechsten Tag zeigte sich Petrus gnaedig und liess fuer einige Minuten ruhiges Wetter walten. Im Vorgarten konnte der MICRO-CANARD dann seine Flugeigenschaften im Freien unter Beweis stellen:

Facit: Der MICRO-CANARD ist wie geschaffen fuer Fluege auf engstem Raum. Sein Platzbedarf ist so gering, dass er mit einem Flugsektor von 6 x 8 x 4m bestens zurechtkommt. 
Bleibt abzuwarten, welches Bild er bei seinen ersten Nachtfluegen mit MICRO-LED-Beleuchtung abgibt ...

 

Video vom Erstflug des 
'MICRO-CANARD' 
am 10. November 2008

CANARD - Kites
mit Vektorsteuerung sind wegen ihrer herausragenden Langsamflugeigenschaften besonders reizvoll -sie können im Schritttempo fliegen, bleiben bei leichtem Gegenwind minutenlang auf der Stelle stehen und sind extrem sparsam hinsichtlich ihres Flugraumbedarfs. 
Nicht zuletzt deshalb war der 1,50m spannende MYLAR-Micro-Canard der erste vektorgesteuerte Canard, der sich auch problemlos in der Autogarage fliegen liess.

Drachenfreund Walter zeigte mir vor einiger Zeit einen gelben, TENSEGRETY-aehnlichen Einleiner, den er nach einem Foto gebaut hatte. Dieser Drachentyp eines TETRA FOILS geht auf Entwicklungen von GUILDWORKS (Marc Ricketts) zurueck,  urspruenglich durch Alexander Graham Bell's Tetraeder-Drachen inspiriert. 

Die Drachenwerkstatt GUILDWORKS verwendet (wie Bell) in ihren Designs Dreiecksformen, die sich in ihren diversen Drachenkonstruktionen als aufgespannte Segel mit aussenliegender Tragstruktur wiederfinden. 

Auffallend bei dieser Drachenkonzeption ist die durch das Design transportierte 'Leichtigkeit
', welches mit geringstmoeglichen Abfluggewichten einher geht.

Vor dem Hintergrund umfangreicher Vektor-Canard-Erfahrungen entstand die Idee, einen neuen Canard mit aufgespanntem, mittig profiliertem 'Segel' als Tragflaeche zu entwickeln und als Canard mit 3D-Zugvektorsteuerung in die Luft zu bringen. Mit einem 2m grossen Spannbogen aus 4mm CFK-Rohr muesste bei entsprechender V-Form des Segel-Fluegels  ein ca.  1,80m spannender Canard realisierbar sein. 

Das Ergebnis der Kooperation mit Walter kann sich sehen lassen - der von ihm gebaute rote Prototyp bestätigte auf Anhieb einen Teil der Erwartungen, die mit den Modifikationen verbunden waren: Manoevrierbarkeit auf engstem Raum - und extremer Langsamflug. Mit einem Fluggewicht von ca. 195g ist der 'Red Canard' auf Anhieb mit einer 3D - Zugvektor - Steuerung geflogen.

Ein zweite Entwicklungsstufe - diesmal mit vergroessertem, pfeilfoermigem  Vorsegel und versetzter Hauptfluegelverspannung - sollte zeigen, ob die anvisierten Zielstellungen noch besser erreicht werden koennen:

 Walter's Bauvorlage: gelber 'Tensegrity'

 roter CANARD - Prototyp


Als nachteilig stellte sich bei den ersten Testfluegen heraus, das das langzezogene Vorsegel im Bereich der Popellerebene  eine zu starke V-Form entwickelte, wodurch die richtungsstabilisierende Wirkung fuer den Kurvenflug unerwuenscht hoch war. Ausserdem bekam der rotierenden Propeller oefter kurzzeitigen Kontakt mit dem an seinen Laengssaeumen instabilen Vorsegel. Zudem war die Flaeche des vorderen Vorsegels zu klein bemessen, wodurch dessen Auftriebswirksamkeit eingeschraenkt war. 

Trotzdem zeigte der rote Canard mit seinem besonderen Kennzeichen - dem ueber dem Kielrohr beruehrungsrei aufgespannten Segel-Fluegel - im Geradeausflug ein ueberzeugend grazioeses Flugbild:


Die Entwicklung geht weiter: Aus der von Walter erstellten CAD-Zeichnung sind alle Modifikationen ersichtlich, die sich aus den Erkenntnissen der ersten Testfluege ableiten liessen. Ein flacheres Fluegelprofil, eine leicht vergroesserte Hauptflaeche sowie der Austausch des Tensegrity-typischen Vorsegels gegen ein groesseres Vorsegel im Pfeil-Design ohne Kielrohrverkleidung werden die Flugeigenschaften entscheidend verbessern: 

Sofortige Steuer-Reagibilitaet auf engstem Raum, verbunden mit noch besseren Langsamflugeigenschaften.

 

 

 

Video vom Erstflug des roten 
'MICRO-CANARD' (Tensegrity-Modifikation)
am 1. Dezember 2008

 

 


Die vorgenommen Modifikationen
konnten wetterbedingt nur in der Garage (!) getestet werden, wo der 'RED CANARD' auf Anhieb zu ueberzeugen wusste: 

Obwohl nur ein sehr schmaler Luftkorridor von ca. 4m nutzbarer Breite, ca. 5m Laenge und ca. 1,50m Hoehe ueber dem eingeparkten PKW zur Verfuegung stand, war der 'RED CANARD' mit seinen nunmehr 175cm Spannweite bei einem Abfluggewicht von 180g voll manoevrierfaehing und zeigte seine guten Anlagen. 

Unter freiem Himmel bei leicht boeigem Wind stellte er ebenfalls unter Beweis, was sich in der Garage bereits andeutete: Wenn erforderlich: extremer Langsamflug, langsame Drehungen auf der Stelle,  sowie  praezise Steuerbarkeit in allen Fluglagen.

Video vom Erstflug des 'RED CANARD' 
 am 4. /5. Dezember 2008

Der gleiche Canard sollte dann auch aus besonders leichtem MYLAR (22g/qm) gefertigt werden. Bei einer um 20% vergroesserten Segelflaeche sollte er trotzdem etwas leichter als der rote Canard sein und noch langsamer als dieser fliegen. 

Bei der geplanten Spannweite und Laenge von 200cm musste der Kielstab aus 5mm (statt 4mm) CFK-Rohr bestehen, um genuegend Spannkraft fuer die groessere Spannweite, den vergroesserten Flaecheninhalt und die Verspannung aufzubringen. 

Das Ergebnis dieser baulichen Weiterentwicklung erfuellt ebenfalls die damit verbundenen Erwartungen: Der 'Riesen-Microkite' :-)) kann sehr langsam und gravitaetisch fliegen, wobei seine Beweglichkeit und Manoevrierbarkeit auch auf engstem Raum gewaehrleistet ist. 
Kein Wunder - der gesamte Flächeninhalt betraegt mit Vorsegel ca. 1qm,  das Startgewicht 185g - das ergibt eine fast unglaubliche Flaechenbelastung von ca. 1,9g pro qdzm!

 


Der erste MYLAR-CANARD und der zweite im Vergleich: Deutlich erkennbar der fast doppelt so grosse Flaecheninhalt sowie die 'umgedrehte', formal angepasste Vektoreinheit. Durch die Flaechenvergroeßerung kann der groessere Canard noch langsamer geflogen werden als der kleinere von beiden.

Durch den Einsatz eines nochmals geaenderten  Kopfsegels sollen die Flugeigenschaften des MYLAR-Canards weiter verbessert werden, so dass Kurvenflug als 'flache Drehung auf der Stelle' moeglich wird.

 

Video vom Erstflug des 'MYLAR-CANARD' 
 am 6. Dezember 2008
 

Beim traditionellen Glühweinfliegen auf den Köln-Poller Wiesen am 7.12.2008 startete der weiterentwickelte MYLAR-Canard zu seinem Jungfernflug unter freiem Himmel und wusste dort - bei zeitweise ganz leichter Windlage - auf Anhieb zu ueberzeugen: So konnte er auf der Stelle verharren und sehr langsam kleine Runden mit engsten Kurvenradien ueber den Koepfen der Zuschauer fliegen - wobei sein Flugtempo selten ueber Schrittempo lag:

 

Mit seinen 2m Spannweite gelangt dieser ultraleichte MYLAR-Canard bei leicht boeigem Wind an seine aerodynamischen Grenzen: kleine Boeen veraendern asymmetrisch das Segelprofil, wobei unerwuenschte 'Gegensteuereffekte' entstehen, die gegen die Kraefte der Zugvektorsteuerung wirken.
Ungestoerter Fluggenuss stellt sich allerdings bei Windstille, Schwachwind und -natuerlich- in der Halle ein. 
 

 

 

Video vom Freiland-Erstflug des 'MYLAR-CANARD' 
 am 7. Dezember 2008 in Koeln / Poller Wiesen
INDOOR-KITING erfreut sich unter Drachenfliegern zunehmender Beliebtheit, um auch in der kalten Jahreszeit in Sporthallen mit besonders leichte Drachenkonstruktionen Spass zu haben.
Das gleiche Problem stellt sich dem Modellflieger, wenn draussen bei klirrender Kaelte,  anhaltender Naesse oder stuemischem Wetter nicht geflogen werden kann. 

Warum also nicht einmal einen fuer 'draussen' ausgestatteten Rotationsdrachen so weit wie moeglich 'abspecken', damit er als Leichtgewicht auch in der Halle geflogen werden kann?

Fuer diesen Zweck wurde ein 'Barrel-Roll-Kite' von NTK 'seziert' und von allen gewichtstraechtigen Bauelementen befreit. Als Laengsverbinder kamen 6 nur 2mm duenne CFK-Roehrchen zum Einsatz, und die 6 massiven GFK-Spreizstaebe wurden durch solche aus 3mm CFK-Rohr ersetzt. Eine besonders leichte, steckbare 3D-Zugvektorsteuerung mit 15g-BL-Motor und 6030er Prop sollte den Vortrieb besorgen. Gegenueber dem 'Outdoor' - Barrel-Roll-Kite wurde die Laenge um 12cm verringert, um diegleiche Schwerpunktlage wie bei der Outdoor-Version zu gewaehrleisten. 

Insgesamt konnte so das Abfluggewicht halbiert werden: gegenueber 475g bei der Outdoor-Version wiegt der flugfertige Indoor-Barrel-Roll-Kite ('ROTO-LITE') nur noch 225g.

Der Hallen-Erstflug fand am 11. Januar 2009 anlaesslich des 2. Solinger Indoormeetings statt. Auf Anhieb konnte das 'Leichtgewicht' durch seine gutmuetigen Flugeigenschaften in der Halle ueberzeugen. Voellig unspektakulaer fliegt er  gemaechlich vor sich hin und erfreut den Betrachter durch sein aussergewoehnliches, farbenfrohes Flugbild. 

Video vom Hallen-Erstflug des 'ROTO-LITE' 
 am 11. Januar 2009 beim 2. Solinger Indoor-Meeting

 

Die  'Pendelstabilisierte 3D-Zugvektorsteuerung', entwickelt fuer den Einsatz in Rotationsdrachen, macht es moeglich, beliebig geformte, horizontal rotierende Flugkoerper ohne Steuerruder in die Luft zu befoerdern. 

Aus DEPRON lassen sich z. B. Ringfluegel bauen, die durch aussenliegende Tragflaechen stabilisiert und in ihrer Auftriebswirksamkeit unterstuetzt werden. Die Anzahl der Tragflaechen, deren Anstellwinkel und deren Formgebung bestimmen massgeblich die Silhoutte des rotierenden Flugobjektes: So sind Anordnungen denkbar, die vorne einen kleineren, hinten einen groesseren Ringfluegeltragen, und so als 'Ringfluegel-Ente' fliegen. Oder zwei gleichgroße Ringfluegel, einmal mit symmetrischer Fluegelform, ein andermal mit asymetrischer Formgebung. 

Der erste gebaute Prototyp aus Depron ist ein rotierender Doppel-Ringfluegel, die durch  4 aussenliegende, asymetrisch geformten Fluegel spiralfoermig verbunden sind: 

 

Video vom Erstflug des 'SPIRAL-ROTOWING' 
 am 25. Januar 2009
Die hellen Depronflaechen des SPIRAL-ROTOWING verlangen geradezu nach einer dynamischen Farbgebung, die das Design des Fliegers aufwertet und sein sprektakulaeres Flugbild optisch verstaerkt. Um herauszufinden, welches Farbdesign dieser Wirkung am naechsten kommt, wurden erste Versuche mit Edding-bemalten Farblaechen gestartet:

Bei den naechsten Testfluegen zeigte sich, dass die spiralfoermig verlaufenden Farbfelder (2 x schwarz, 1 x blau, 1 x rot) imstande sind, die rotierende Flugbewegung optisch zu verstaerken.

Video vom Flug des bunten'SPIRAL-ROTOWING' 
 am 18. Februar 2009


Um herauszufinden, inwieweit 2 verschieden grosse Ringfluegel bei erhoehter Rotationsgeschwindigkeit Einfluss auf das Flugverhalten des Rotationsfliegers nehmen, wurde -basierend auf den Erkenntnissen, die mit dem 'SPIRAL-ROTOWING' und der 'FLIEGENDEN KUGEL' gesammelt wurden, eine besonders kleine und feste Flugzelle konzipiert. Mit ihrem eifoermigen Erscheinungsbild erinnert sie an Haartrockenhauben aus einem Damensalon der 50er Jahre.

Die ' HAIR DRYING HOOD ' verfuegt ueber einen Aussendurchmesser von 60cm und eine Laenge von ebenfalls 65cm. Sie wird mit dergleichen steckbaren Vektoreinheit geflogen, mit der bereits der 'SPIRAL-ROTOWING' in der Luft bewegt wird.

Der Groessenvergleich mit der kleinen 'V-BOX' zeigt, dass es sich bei der 'Fliegenden Trockenhaube' um einen kleineren vektorgesteuerten Rotationsfluegelflieger handelt. Da sich die Mattweiße Depronoberflaeche mit herkoemmlichen Acryl-Malerfarben sehr gut vertraegt, stand einer farblichen Gestaltung des 'Eis' nichts mehr im Wege.

Ziel der Farbgestaltung ist - neben der reinen Verschönerung- die optische Verstaerkung der Rotationsbewegung im Fluge.

Die grossflaechige Farbgestaltung der Depronoberflaeche mit Acrylfarbe sollte sich jedoch als nachteilig erweisen: Nachdem der nasse Farbauftrag ueber Nacht durchgetrocknet war, zeigte die 'Trockenhaube' am vorderen, vormals kreisrunden Ringfluegel einen markanten, ovalen Verzug. Trotzdem wurde der Erstflug gestartet, in der Hoffnung, dass die stetige Rotation dies auszugleichen vermag. Das Flugverhalten stellte sich jedoch kritisch dar, nach einem fehlerfreien Start sorgte die Ovalitaet des vorderen Ringfluegels fuer eine Unwucht, die das Traegheitspendel der Vektorsteuerung in unerwuenschte Schwingungen versetzte, worunter die Steuerbarkeit des Flugobjektes erkennbar zu leiden hatte: Ein Absturz nach ca. 20m Flugstrecke war leider unvermeidbar.

Die Rissschaeden hielten sich erstaunlicherweise in Grenzen, so dass sich der Flieger mit etwas UHU-Por wiederherstellen laesst. Danach wird der Versuch unternommen, die Ovalitaet durch den Einsatz eines Heissluftfoehns zu beseitigen.