M O U S E
Von BRAUN MODELLTECHNIK stammt die MOUSE - ein urspruenglich nur 100g leichter Rundfluegel-Eindecker mit 70cm Durchmesser und 2 Steuerflaechen in Ohrenform, entwickelt von Stefan Dolch. 
Eine Aehnlichkeit mit der Mickymaus kann nicht verleugnet werden. Rumpf, Flaeche und Ohren sind aus Carbonrohr und Carbonstaeben gefertigt. Bespannt sind die Flaechenelemente urspruenglich der leichten Kondensatorfolie (1,8g je qm), das abgebildete Modell wurde nach dem Kauf eines Blumenstraußes kurzerhand mit der robusten Klarsichtfolie bespannt, in der der Blumenstrauss eingewickelt war. Zusammengehalten wird die nicht ganz so leichte Bespannung mit Tesafilm.

Die Farbdkoration zeigt, dass es sich nicht um Mickymaus handelt...Auch die Motorisierung mit einem kleinen, leichten und schnellen CDR-Brushless-Motor (16,4g, SODOMINI-Stator) sorgt dafuer, das jede Verwechslung mit einer Maus ausgeschlossen ist. Die Flugeigenschaften koennen im Langsamflug als gutmuetig charakterisiert werden. Mit einem 2 x 350mA Kokam-Lipo und etwas mehr Drehzahl wird die jetzt 120g leichte Maus zum wilden Tier und sollte dann vorsichtshalber in Sicherheitshoehe geflogen werden.

 

 

 

 Der rote Kunstflug-Mitteldecker mit 85cm Spannweite und einem Abfluggewicht von 165g wurde mit einem Verstellpropeller von Flyware und dem dazu passenden Motor REX 220 ausgestattet. Das Flugzeug sollte das komplette Kunstflugprogramm einschliesslich einiger Rueckwaertsflugfiguren absolvieren. Die Flugzelle war aus Selitron 3mm gebaut und erst nach Einbau von Zusatzverstrebungen aus Carbonprofilen formstabil. Hierdurch erhoehte sich das Fluggewicht. Verglichen mit dem blauen BLUES waren 45g Mehrgewicht zu verzeichnen (190g zu 145g). 
Die Farbgebung basiert auf Zeichenkartonschablonen, die auf die Flächen- und Rumpfteile aufgelegt und mit alten CDR-Magneten fxiert wurden. Mit einem wasserloeslichen Acryl-Spruehlack wurden die Zwischenräume der Schablonen auslackiert. Mehrgewicht durch die Spruehlackierung: ca. 13g.
Ein Sender-Programmierfehler (Querruderfunktion seitenverkehrt...) fuehrte nach wenigen Starts in der Erprobungsphase zum vorzeitigen Ende aller Bemuehungen - Totalschaden.

 

Ueber den blauen BLUES muss nicht viel gesagt werden: Hervorragende Kunstflugeigenschaften bei Ausstattung mit einem Power-Schnurzz und 2 x LEMON 460mA und einem 8x3" Prop. Sehr hilfreich ist die EPP-Nase, welche manchen unbeabsichtigten harten Aufsetzer locker wegsteckt.
Für den BLUES wurden die Ausschnitte der Zeichenkartonschablonen mit breitem, blauem EDDING-Permanentfilzstift ausgemalt, wodurch sich das Fluggewicht nur um 0,3g erhöht hat.

 

 

 

 

 

 

 Die IKARUS-Cessna dient zum Vergleich und zur Erprobung neuerworbener bzw. selbstgebauter Brushlessmotore und anderer RC-Komponenten. Der Rumpf ist mit einem Kopfspant aus 2mm Sperrholz mit Mittelbohrung versehen. Die Motoren werden mit ihrer eigenen Befestigung (runder Sperrholzspant oder Alupilz) mit 3 Tropfen Sekundenkleber auf den Kopfspant geklebt. Der Motorenausbau ist so einfach wie der Anbau: mit einer Kuechenmesserklinge wird der Motor samt Befestigung vom Kopfspant des Rumpfes 'abgehebelt'...Abfluggewicht zwischen 140g und 155g.

 

 

Die IKARUS-Bleriot erfüllt ihren Zweck als Langsamflieger und als Kameraflugzeug. Mit einer Spannweite von 130cm und einem Abfluggewicht von nur 195g sind bei Windstille  entspannende Rundfluege möglich. Den Versuch, in 20m Hoehe einen Looping zu fliegen, quittierte der Vogel mit einer abmontierten rechten Fläche. Kein Wunder bei 7mm-BALSAHOLZ-Steckungen.

Der Absturz der Bleriot bestätigte eine grundsaetzliche Erkenntnis: Je geringer das Fluggewicht, um so geringer ist auch das Eigenzerstoerungspotential des Flugzeugs: Die Bleriot landete nach ihrem Looping trudelnd ohne weitere Beschaedigung im Kornfeld, die Flaeche etwas weiter daneben. Sekundenkleber ermoeglichte einen schnellen Neustart.

 


 

        

Unter dem Namen SLOW-GO kam dieser Tiefdecker in den 90ern als Slowflyer auf den Markt. Ohne Rumpfbespannung, mit Querruder und einem etwas staerkeren Brushless-Motor versehen ist das Flugzeug nicht wiederzuerkennen. Sein urspruengliches Fluggewicht von ca. 440 Gramm liess sich durch diese Modifikationen auf 325g senken. Besonders in Rueckenfluglage macht der Ohrenflieger eine spektakulaere Figur. 

Small is beautiful...
- so koennte man den Spass beschreiben, der sich beim Umbau und insbesondere beim Fliegenlassen von Microflyern mit weniger als 45cm Spannweite einstellt: 
Hierbei handelt es sich um ehemaligen Gummimotormodelle aus Hartschaum oder Styropor, die als Kinderspielzeuge im Spielwaren- und Modellbauhandel erhaeltlich sind. Der Umbau auf kleine Brushless-Antriebe, z. b. mit WES-Technik Gold-Line (unter 8g) oder mit den neuen kleinen ROBBE-ROXXY Motoren (12g) oder kleine KissKatz-Eigenbauten auf Basis der Statorbleche des HP-Colorado Bandlaufwerksantriebs (6-12g, je nach gewaehlter Statorenhoehe) mit 2-Achs-Steuerung ist nicht ganz unproblematisch, da das Abfluggewicht möglichst unter 90g liegen sollte.
Wenn man sich bei den etablierten Modellbaufirmen umschaut, z. B. bei GRAUPNER die 'JuniorLine' , findet man manch interessanten Miniflieger unter 45cm Spannweite mit Gummimotorantrieb in der unter-10-EURO-Preislage, mit z. T. hervorragenden Flugeigenschaften.

Mit etwas Verstaerkung der Tragflaechen und Leitwerke an den richtigen Stellen (z. B. mit  2,2mm SELITAC grün, leicht, faserig und in Faserlaufrichtung belastbar) entstehen unter Verwendung leichter Komponenten (es muss nicht unbedingt das leichteste und teuerste sein...) Flugzeuge, die an Flugspass und Kunstflugtauglichkeit ihren groesseren Bruedern in nichts nachstehen.

So z. B. der ULTRA STUNT von Graupner, ein sehr schöner, der ULTIMATE nachempfundener Doppelkdecker. Startgewicht als 2-Achs-RC-Flieger: 78g, mit WES-Goldline 7,5g-BL, GWS-4 Empfaenger, 2 Hype IQ60 Miniservos und einem 3S-145mA Kokam Akku. Das Flugzeug besticht durch sein vorbildgetreues Flugbild und seine ausgezeichneten Kunstflugeigenschaften.

Oder TWENNY, ein formschöner Tiefdecker, optisch aehnlich einer ZODIAC, mit einem kleinen 11g Kisskatz zwar hoffnungslos übermotorisiert, dafür aber umso preiswerter im Aufbau. (Ein 7g KissKatz-Eigenbau mit nur 3,5mm Statorhoehe und ca. 140g Schubleistung wuerde vollkommen ausreichen) Das Startgewicht der TWENNY liegt bei 81g.
Auch die MINI-PIPER J3, die es mal mit einer einfachen 2-Kanal 27MHZ Magnetaktuatorsteuerung von JAMARA gab, eignet sich sehr gut für einen Umbbau mit leichten Brushless-Komponenten. Sie wiegt dann nur noch 89g (vormals ueber 100g) und ist im Flugverhalten nicht wiederzuerkennen. 
Und nicht zuletzt als kleinster von allen: Der Gummikatapultflieger GEMINI 22 von Paul Günther Flugspiele (78g Abfluggewicht, siehe auch NURFLUEGEL-EINDECKER).
GRAUPNER hat in seiner JUNIOR-LINE auch den SKY TRAVELLER mit 25cm Spannweite als kleinsten Gummimotorflieger. Ausgeruestet mit einem NANO TORQUE 1.4 (9N-Brushless Eigenbau mit nur 1,4 Gramm Gewicht, YGE4, GWS4 und Einachsteuerung (Seitenruder) mit Hilfe einer HYPE IQ60) bringt der Mini nur 41g auf die Waage, einschliesslich eines 2S-145mA KOKAM-Lipo. Das Originalflugzeug wurde 'entkernt', d. h., alles verzichtbare Schaummaterial wurde herausgeschnitten. Die ersten Fluege waren erfolgversprechend, jedoch zeigte sich, dass der sehr zuverlaessige YGE4 nicht vollstaendig mit dem Eigenbau-Microbrushless harmonierte und auch nicht weiter abgestimmt werden konnte: nach kurzer Flugstrecke ging der Motor aus. Hier soll ein demnaechst versuchsweise ein Drehzahlsteller eines anderen Herstellers eingebaut werden.
Aus der Graupner JuniorLine sind ebenfalls 3 Mini-Warbirds aus feinporigem Styropor verfuegbar:
Nach Ausbau einer Stahlkugel als Trimmgewicht, des Gummistranges und des Propellers mit Halterung wiegt z. B. die kleine Mustang nur noch 14g. Ausgestattet mit WES-Goldline 7,5g BL-Motor an YGE-4, BMI-5Kanal-Miniempfänger, 2 Hype IQ80, einem 3s KOKAM 145mA Lipo und mit einer ACME-Lightning 3-Blatt-Luftschraube (rechtsdrehend) ergibt sich nach dem recht zeitaufwaendigen Umbau ein Fluggewicht von nur 57 Gramm. Dieser hochsensible Miniflieger vertraegt nur noch Minimalausschlaege. So musste der Servoweg auf 30% reduziert werden, um mit 70% Expo-Einstellung noch halbwegs kontrollierte Fluege zu absolvieren. Bei Wind macht die Mustang, was sie will. Abrupte Gasstoesse quittiert sie mit einer flotten Linksrolle, ohne dass das Querruder betaetigt werden muss... Hier empfiehlt sich eine Flugumgebung mit etwas hoeherem (und weicherem) Grasbewuchs, um ein vorschnelles Aus des kleinen Flugabenteuers zu vermeiden

Moeglicherweise sind die kleinen Warbirds nur mit Seite/Hoehe und etwas Kopflastigkeit besser zu handhaben als mit Quer/Hoehe. Auf jedenfall sind sie um ein vielfaches schneller als ihre Brueder mit Gummimotor und nur eigentlich nur dem geuebten Modellpiloten in der Umbauversion zu empfehlen. In der Flugerprobung stellt sich als Hauptproblem die Erkennbarkeit des Flugbildes in Entfernungen und Hoehen ueber 50m heraus: Man weiss nie genau, ob das Flugzeug kommt oder geht... Hilfreich ist ein zweiter Beobachter, mit dem man sich ueber kritische Flugsituationen abstimmen kann. 
Unstrittig ist der Riesenspass, den diese Minis bereiten. Hierbei nimmt der GEMINI 22 als kleinster und zugleich flugstabilster Flieger eine Sonderstellung ein.